Querbeet - alles hat seinen Wert

01.07.2015 CJD NRW Nord CJD BFZ Wesel « zur Übersicht

Jedes achte Lebensmittel, das eingekauft wird, landet in Deutschland im Müll – so eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegeben hat. Durchschnittlich wirft jeder Bundesbürger jährlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Diese Menge entspricht etwa zwei Einkaufswagen.

Mit 44 % stehen Gemüse und Obst an erster Stelle. Überwiegend handelt es sich dabei aber nicht um Verdorbenes – Ungenießbares, sondern die Produkte sehen nicht mehr appetitlich aus. Äpfel mit Druckstellen, Salat mit welken Blättern oder schrumpelige Möhren werden in den Abfall ge-worfen. Darüber hinaus kommen durch gesetzliche Normvorgaben viele Nahrungsmittel erst gar nicht in den Verkauf.

Da die meisten Produkte mittlerweile im Handel ganzjährig zu erhalten sind, haben viele Menschen keine Kenntnisse mehr über Herkunft, Lage-rungsdauer und Verarbeitungsmöglichkeiten. Der Bezug zu unseren Le-bensmitteln ist oft nicht mehr vorhanden. Gekauft wird, was lecker und gut aussieht.
Das Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Jobcenter Kreis Wesel. Zehn langzeitarbeitslose Teilnehmer sollen angeleitet und sensibilisiert werden, sich bewusst mit Möglichkeiten der sinnvollen Verarbeitung von Nahrungsmitteln, die vielfach in den Abfall geworfen werden, aktiv zu befassen. Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und die im Rahmen des Projektes gefertigten Produkte mit Rezept und Verwendungsmöglichkeiten an bedürftige Mitbürger ausgegeben werden.

Die Teilnehmenden lernen wesentliche Grundlagen über Lebensmittel (Herkunft, Lagerung, Verarbeitungsmöglichkeiten) kennen.
Im Mittelpunkt stehen dabei heimische saisonale Obst- und Gemüsesor-ten. Besuche in Verkaufsmärkten, von Gastronomiebetrieben sowie ins-besondere Kontaktaufnahmen zu Erzeugern in unserer Region und frei verfügbaren Quellen (Holunder, Schlehen, Kräuter u.a.) sollen den Bezug zu unseren Nahrungsmitteln erhöhen und die Vielfalt für eine kreative wertschätzende Verwendung aufzeigen. Hierbei sollen Bezugsquellen ausfindig gemacht werden.
Die Verarbeitung der „Abfallprodukte“ zu schmackhaften, preisgünstigen und gesunden Nahrungsmitteln (Marmelade, Sirup, Pesto, Kräutersalz, Saft, Nektar, Kompott, eingelegtes Gemüse und vieles mehr) wird praktisch ausprobiert und eingeübt. Für die Verpackung sollen ebenfalls Materialien verwandt werden, die üblicherweise nach einmaliger Verwendung in den Müll landen wie Gläser, Flaschen. Lebensmittelfarben aus eigener Herstellung können Kleidungsstücke wieder aufpeppen. Die Teilnehmenden können und sollen hier eigene Ideen einbringen und deren Umsetzung realisieren.

Alle Produkte sollen in vergleichbarer Form nicht auf dem allgemeinen Markt erhältlich sein. Die Produktlinien sind ausbaufähig und ermöglichen die Umsetzung neuer kreativer Ideen in einem sich ständig verändernden Markt. Wir freuen uns über Spenden von Nahrungsmitteln – gerne Gemüse/Obst sowie Glasflaschen und –behälter mit Schraubverschluss.


Projektleiterin: Franziska Böhmelt

0281 33879-0
franziska.boehmelt@cjd.de