Schirmherrin Carina Gödecke eröffnete viertes Parlamentarisches CJD-Frühstück in Düsseldorf

04.07.2014 CJD Zehnthof Essen « zur Übersicht

NRW/Düsseldorf. „Es ist eine tolle Tradition, dass uns das CJD nun schon zum vierten Mal zu einem Frühstück hier im Landtag einlädt und wir damit gestärkt in die Plenarsitzungen gehen können“, bedankt sichNRW Landtagspräsidentin Carina Gödecke in ihrer Begrüßungsrede beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD – Die Chancengeber). Sie hoffe auf noch viele solcher Frühstücke bis sie alle CJD´s kennen gelernt habe.

„Wir fördern Neugierde.

Wir eröffnen Wege.

Wir achten Freiheit.

Wir gestalten Gemeinschaft“.

Dies seien die vier Leitgedanken, die das Bildungsverständnis des CJD seit 67 Jahren lebe und ausdrückt, indem es als Chancengeber auf der Basis des christlichen Menschenbildes, auch als Mitglied im CVJM und im Diakonischen Werk, Menschen helfe. Das CJD gebe Chancen in vielfältigen Aufgabenfeldern von der Förderung von Schülern, Auszubildenden, Migranten bis zu geistig Behinderten oder straffällig gewordenen Jugendlichen.

Eine Chance der Frühstücke mit den Parlamentariern für das CJD sehe sie in der Stärkung durch neue Kontakte mit den Parlamentariern. Das wichtige Thema des diesjährigen Frühstücks, der "Übergang Schule-Beruf" stelle eine große Hürde dar, aber diesemüsse überwunden werden. Sie weist auf die Schirme hin, die überall im Restaurant des Landtags aufgestellt sind: „Niemand darf im Regen stehen gelassen werden“ ist unser Motto, wie sich auch das CJD mit seinen vielfältigen Angeboten nach seinem Motto „Keiner darf verloren gehen“ dieser Aufgabe verpflichtet sieht“, erklärt Gödecke. Auch das CJD hat sich diesem wichtigen Abschnitt im Leben der Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders gewidmet und seine Angebote im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung sowie in der Kinder- und Jugendhilfe konsequent weiter ausgebaut. „Wir Abgeordneten können zu Schirmherren werden für das CJD in den Regionen“, ruft sie die Abgeordneten auf.

 

Pfarrer Matthias Dargel, Vorstandssprecher des CJD, stellte die Einrichtungen der Region West in Nordrhein Westfalen vor. „Es gibt in Nordrhein Westfalen zahlreiche Einrichtungen der Jugendhilfe und drei große Berufsbildungswerke in Dortmund, Moers und in Frechen“, so Dargel. Was ihm auffalle sei, dass viele Kinder und Jugendliche die gebotenen Chancen nicht ergreifen. Daher sei es notwendig nicht erst in der beruflichen Bildung mit der Förderung zu beginnen sondern schon in der Kita, wo Begabungen entdeckt werden sollten, um so früh wie möglich Fehlentwicklungen zu verhindern. Sein Wunsch sei gemeinsam mit der Politik Lösungswege zu finden und Entwicklungspartnerschaften einzugehen.

 

Roland Matzdorf, Leiter der Abteilung Arbeit und Qualifizierung im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW (MAIS NRW), war der Hauptredner des diesjährigen Frühstücks. Er zeigte auf, dass es in Nordrhein Westfalen zunehmend 30-jährige gebe ohne Schulabschluss, dass NRW den höchsten Prozentsatz an 15–jährigen habe, die ins SGB II rein wachsen und dass 66% der Hartz IV Bezieher keine Berufsausbildung haben.

„Da muss Geld investiert werden, denn zur Fachkräfteentwicklung in Nordrhein – Westfalen brauchen wir die Kinder in den Städten auch die mit Migrationshintergrund“, erklärte Matzdorf. Auch die Wirtschaft, die Kommunen und Bildungsträger müssten vor Ort mitwirken.

Er hob hervor, dass sie in Nordrhein Westfalen geschafft haben, Berufsorientierung in den Schulen im Unterricht zu verankern.

Es gebe drei neue Elemente in der Schule: In Klasse 8 werde sich mit den Talenten und Stärken der Schüler auseinandergesetzt. Dabei stehen die Stärken im Fokus, nicht die Zeugnisnoten. Es gebe eine Berufsfelderkundung in gewerblich-technischen, kaufmännischen und gesundheitsförderlichen Berufen. Nach einem Betriebspraktikum in Klasse 9 gebe es am Ende eine Anschlussempfehlung. Matzdorf plädiert für eine systematische Vorgehensweise mit Zielgerichtetheit in der Berufsorientierung und will nichts dem Zufall überlassen, denn es gebe 24% Abbrecher in der beruflichen Bildung und 28% Studienabbrecher. „Wir wollen parallel Module auflegen, wo Schüler im Berufskolleg zwei Tage in die Betriebe gehen. Schwächere werden in Modulen Qualifizierungsbausteine erwerben“, erklärt Matzdorf. Berufsbildungswerke und Einrichtungen der beruflichen Bildung sollen eingebunden werden. Sehr wichtig sei, dass Träger der beruflichen Bildung, Betriebe und Berufsschulen gemeinsam arbeiten und an einem Strang zögen.

 

Bei dem anschließenden Frühstück wurden weitere Kontakte zwischen CJD- Vertreternund Abgeordneten geknüpft undüber die Zusammenarbeit für einen erfolgreichen Übergang der Schüler von der Schule in den Beruf nachgedacht.

 

Für einen musikalischen Rahmen sorgten Michael Weißenfels, Leiter des CJD Olpe und Jörg Tranelis QM Beauftragter im CJD Frechen. Die Bewirtung des diesjährigen Parlamentarischen Frühstücksübernahmen Auszubildende aus dem CJD Zehnthof Essen.

 

Jeder Abgeordnete erhielt zum Abschied eine Minipflanze als Geschenk vom CJD, woraus bei guter Pflege eine schöne Pflanze werde, so wie auch Kinder und Jugendlichen bei guter Pflege zu starken Persönlichkeiten werden.

 

von Birgit Niclas/ CJD Frechen