Sportlicher Einsatz in Moers

22.04.2013 CJD BBW Niederrhein « zur Übersicht

Nun ist es fast vorbei, sein Jahr in Moers. Ein Jahr, das Thierry Albrecht nicht nur mit Deutschlernen, sondern vor allem viel Freizeit mit den jugendlichen Teilnehmern im CJD Berufsbildungswerk Niederrhein verbracht hat.

Thierrys Arbeitszeit beginnt nachmittags und geht bis 22:00 Uhr, der Zeitraum, in dem die lernbeeinträchtigten Jugendlichen aus dem Berufsbildungswerk ihre Freizeit füllen wollen. Dann steht der 27-jährige Franzose für sie mit verschiedenen sportlichen Angeboten zur Verfügung: ob Kanufahren, Klettern, Fußball, Basketball – er betreut verschieden große Gruppen. Ralf Remagen, Sport- und Erlebnispädagoge im CJD und Mentor von Thierry, ist begeistert: „Er war mir eine große Unterstützung, viele Aktionen hat er selbstständig durchgeführt. Die Jugendlichen mochten ihn sehr.“ Thierry hatte bereits seinen Master in BWL in der Tasche und zwei Jahre Berufserfahrung in seinem Heimatland gesammelt, da suchte er eine Möglichkeit nach Deutschland zu kommen.

Am Europäischen Freiwilligendienst reizte ihn die Herausforderung, sich ein Jahr lang sozial zu engagieren und seine Deutschkenntnisse zu erweitern. „Ich bin sehr zufrieden. Ich habe viel gelernt, Neues entdeckt, die sozialpädagogische Arbeit kennengelernt. Die Arbeit mit Menschen hat mir viel Spaß gemacht.“ Geld hatte er gespart, denn das Taschengeld während des Freiwilligendienstes wirft nicht viel ab.

Das CJD in Moers als Einsatzort war seine erste Wahl. Die Nähe zur Großstadt Köln, wo seine Freundin wohnt, kam ihm sehr entgegen, auch dass die Grenze zu Frankreich etwas entfernter liegt, damit er nicht zu oft nach Hause ins Elsass fährt. „Typisch Ruhrgebiet“, dachte er spontan, als er Moers das erste Mal sah, und Neukirchen, wo er sich eine WG mit einem Azubi zum Jugend- und Heimerzieher teilt, nannte er „sehr dörflich“. Im CJD wurde er herzlich aufgenommen, mit seinem Mentor Remagen hat er sich auf Anhieb gut verstanden. Im Laufe des Jahres hat er sich mit anderen Europäischen Freiwilligen in Seminaren ausgetauscht und festgestellt, dass „hier im CJD eine sehr gute Betreuung der Freiwilligen stattfindet. Das ist nicht überall so selbstverständlich.“

Mit den jugendlichen CJD-Teilnehmern brauchte es etwas Zeit, um warm zu werden. „Es hat mich anfangs überrascht, dass viele Teilnehmer sehr zurückhaltend sind. Aber nun, nach einem Jahr sind viele gute Kontakte entstanden.“, erzählt Thierry. Die Jugendlichen waren gerne mit ihm unterwegs – auf dem Fahrrad, im Großboot auf dem See oder auf dem Sportplatz. Besonders das zweite Halbjahr hat er sehr genossen, mit der Sprache klappte es da einfach besser.

Neben der Arbeit hat Thierry noch an einem Deutschkurs an der VHS teilgenommen – so gut wie es eben mit seinen außergewöhnlichen Arbeitszeiten ging. Im Moerser TV hat er „in einer tollen Basketballmannschaft gespielt“ und beim CJD seinen Großbootschein gemacht. Besondere Highlights während des Jahres war die Teilnahme an CJD-Großveranstaltungen wie die Musischen Festtage, die Erlebnissporttage des CJD oder die erlebnispädagogischen Berufsorientierungscamps, die jedes Jahr im CJD Berufsbildungswerk Niederrhein für Schulklassen stattfinden. „Wenn man mit den Jugendlichen zwei bis drei Tage am Stück verbringt, werden die Verbindungen einfach intensiver.“, so Thierry.

„Die Kollegen und auch die Jugendlichen werde ich vermissen“, sagt Thierry mit Hinblick auf seinen bevorstehenden Abschied vom CJD.

Aber er freut sich auch auf die Zeit danach. Er möchte erst einmal in Deutschland bleiben und zieht zu seiner Freundin nach Köln. Zunächst gönnt er sich einen wohlverdienten langen Urlaub, u.a. in Marokko und Skifahren in der Schweiz. Danach heißt es wieder arbeiten und richtig Geld verdienen.

Welche Erwartungen an die Europäischen Freiwilligen gestellt werden? „Spaß an Menschen und an Sport sollte man haben.“, fällt Ralf Remagen als erstes ein. Da er vor allem die Unterstützung bei sportlichen Angeboten und Veranstaltungen braucht, sollten die Freiwilligen eine gewisse Sportlichkeit mitbringen und einen Führerschein haben. Weil aber auch die Kommunikation mit den beeinträchtigten Jugendlichen an erster Stelle steht, sind Grundkenntnisse in der deutschen Sprache Voraussetzung. Ideal ist es, wenn die Freiwilligen eine gewisse Lebenserfahrung mitbringen und den Teilnehmern gegenüber einen kleinen Altersvorsprung haben. Verantwortungsbewusstsein, Respekt und viel Humor sind weitere wichtige Merkmale von Freiwilligen.

Remagen wird die Unterstützung Thierrys in den nächsten Wochen fehlen. Denn es dauert noch etwas, bis der nächste Europäische Freiwillige ins CJD kommt.

Informationen über das CJD Berufsbildungswerk Niederrhein erhalten Interessierte im Internet unter www.cjd-bbw-neiderrhein.de

oder www.facebook.com/cjd.bbw.niederrhein.